Spitzbergen – 24 Stunden Tageslicht

August 2017 | Spitzbergen ist ein Erlebnis der besonderen Art, noch dazu in der Zeit des arktischen Sommers. Mit zwei Freunden konnte ich im vergangenen Juli einen Teil von Spitzbergen erkunden und erfahren, wie es ist, wenn die Sonne 24 Stunden nicht untergeht. Weitere Fotos sind im Portfolio „Spitzbergen“ zu sehen.

 Blick ans andere Ende des Adventdalen | Aufnahmezeit 19:30 Uhr

Spitzbergen

Spitzbergen ist eine arktische Inselgruppe zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol. Es ist eines der nördlichsten bewohnten Gebiete der Welt, das für sein felsiges, abgelegenes Gelände mit Gletschern und gefrorener Tundra bekannt ist. Beeindruckend sind die faszinierenden Landschaften und die erstaunliche Tier- und Pflanzenwelt. Auf den Inseln leben mehr Eisbären als Menschen und neben Polarfüchsen und Rentieren sind auch massenhaft arktische Vögel anzutreffen.

Trio in der Krabbentaucherkolonie | Aufnahmezeit: 22:30 Uhr

Magische Stimmungen

Außergewöhnlich und absolut einzigartig ist die in der taghellen Nacht herrschende Stimmung. Diese magische Atmosphäre der nächtlichen Stunden bietet eindrückliche Erlebnisse in der zur Ruhe kommenden Tierwelt. Als Naturfotograf findet man jedoch beinahe keinen Schlaf, weil man rund um die Uhr das Licht zum Fotografieren nutzen möchte.

Ein kräftiger Lichtspot durchbricht die nächtliche Wolkendecke | Aufnahmezeit 01:40 Uhr

Sterntaucher

Eines Tages entdeckten wir ein Sterntaucherpaar an einem kleinen See. Sie hatten in der Nähe des Ufers ihr Nest auf einem mit Moos bedecktem Hügel. Einer der beiden Sterntaucher saß darauf, während der andere sich auf dem See aufhielt. Über mehrere Tage beobachteten und fotografierten wir verschiedenste Verhaltensweisen der Sterntaucher. Wir konnten Vieles miterleben, angefangen vom durchdringenden Ruf, über das Balzverhalten mit Revierstreitigkeiten bis hin zum Schlüpfen und Füttern der Jungen.

Sterntaucherfamilie | Aufnahmezeit: 21:15 Uhr

Polarfuchs

Mein persönliches Highlight! Ganz oben auf meiner Wunschliste stand, einen Polarfuchs zu fotografieren. Es stellte sich heraus, dass dieser Wunsch nicht leicht erfüllt werden konnte. Mit dem Wissen, daß einerseits der Polarfuchs in den frühen Morgenstunden aktiv ist und andererseits sich vor allem in der Nähe von Vogelkolonien aufhält, versuchten wir uns entsprechend auf die Lauer zu legen. Unsere erste Beobachtung eines Polarfuchses war dann tatsächlich bei einer Krabbentaucherkolonie, allerdings konnten wir ihn lediglich mit dem Fernglas sehen, zum Fotografieren war die Entfernung zu groß. Nach der nächsten Begegnung, bei der ebenfalls die Distanz zu wünschen übrig ließ und eines weiteren erfolglosen Ansitzens hatte ich eigentlich schon aufgegeben.

Polarfuchs mit gestohlenem Eiderentenei | Aufnahmezeit: 02:50 Uhr

In unserer letzten Nacht auf Spitzbergen wollte ich es dann allerdings nochmals versuchen und setzte mich in der Nähe einer Eiderentenkolonie an. Nach 3 Stunden Ansitz kam dann tatsächlich ein Polarfuchs bei bestem Mitsommernachtslicht und stahl einigen Eiderenten ein Ei aus dem Nest. Es war ein aufregendes Erlebnis, den Polarfuchs im Sucher zu haben und ihn fotografieren zu können.

 

Zum Schluss

Dem „König der Arktis“, dem Eisbären sind wir einerseits leider und andererseits zum Glück nicht begegnet, denn Begegnungen mit Eisbären sind nicht ungefährlich. Allerdings hätte uns eine Beobachtung schon sehr gefreut, zumindest Ausschau hielten wir immer mit unseren Ferngläser.

Unsere Reise nach Spitzbergen war absolut beeindruckend, erlebnisreich und abenteuerlich, jedoch auf Grund des unregelmäßigen Tagesrhythmus auch sehr anstrengend. Zuhause hieß es dann sich wieder an die Dunkelheit einer Nacht zu gewöhnen und einen geregelten Tagesrhythmus anzunehmen.

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